agiles Mindest durch Achtsamkeit

Agiles Mindset durch Achtsamkeit

Reinhold Lampl - metaMind
Experte für Health & Wellbeing
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Agilität und Achtsamkeit: Zwei aktuelle Trends, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Aber das Gegenteil ist der Fall. Denn Agilität ist längst nicht nur eine Methodik, es ist vor allem eine Haltung. Und Achtsamkeit kann der Schlüssel dazu sein.

Zwar ist Agilität seit Jahren in aller Munde, jedoch erscheint es – bezogen auf ganze Organisationen – häufig inhaltsleer. Denn mit seinem Ursprung in der Softwareentwicklung hat es nur noch wenig zu tun. Und mit einer agilen Methodik wie Scrum ist es allein nicht getan.

Viele Unternehmen haben mittlerweile begriffen, dass dafür auch ein agiles Mindset her muss – allzu oft fehlt es aber noch an klaren Konzepten, Strategien und Handlungswegen. Agilität kann nicht, einer Agenda folgend, von oben oder außen aufgezwungen werden. Mit entsprechenden Achtsamkeitstrainings lässt sich jedoch die notwendige Haltung für Kollegen*innen, Teams und Organisationen gemeinsam erarbeiten.

Menschen: Nicht länger nur Rädchen im großen Getriebe

In agilen Unternehmen oder Projekten gilt es, die alten Hierarchien aufzubrechen und als Team an einem Strang zu ziehen. Teammitglieder, also wir alle, sind nicht nur länger ein Rädchen im Getriebe, sondern leisten einen wichtigen Beitrag für das große Ganze. Dafür verdienen sie eine entsprechende Beachtung. Für die Entwicklung von Teams mit einem agilen Mindset kann dabei das Thema Achtsamkeit ebenfalls eine wesentliche Rolle spielen.

Ähnlich wie in einem Getriebe ist jedes einzelne Glied für den Erfolg des Gesamtprojektes essentiell (Quelle: Adobe Stock / fotogestoeber).

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit hilft, zunächst die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, um sich im nächsten Schritt neue Verhaltensweisen anzueignen: auch mal „Nein“ zu sagen, zu lernen, mit Stress und Misserfolgen umzugehen, oder die Mitarbeitenden nicht ständig zu mehr Leistung anzuspornen. Achtsamkeit ist laut der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften die Kunst, „den gegenwärtigen Moment bewertungsfrei und bewusst wahrzunehmen“ und sich dabei nicht ablenken zu lassen oder mental abzuschweifen. Der emeritierte US-Professor Jon Kabat-Zinn, der die Achtsamkeitspraxis in Medizin und Gesellschaft bekanntgemacht hat, sprach davon, dass wir so aus dem „Autopilotenmodus“ heraustreten.

Den geistigen Autopiloten abschalten

Den Autopiloten haben wir meistens eingeschaltet: Wir bringen die Kinder zum Kindergarten und denken dabei schon an das erste Meeting, wir bereiten das Abendessen vor und checken nebenbei die Nachrichten des Tages. Sie kennen das? Später können wir uns dann oft nicht mehr an den Weg zum Kindergarten oder an die Zubereitung der Speisen erinnern. Wir handeln automatisch. Doch wenn wir nachhaltige Verhaltensänderungen anstreben, und das ist genau das, was Agilität uns abverlangt, ist Achtsamkeit unabdingbar. Sie schafft Bewusstsein und hilft uns, den Autopiloten immer öfter abzuschalten.

agiles Mindest

Auch wenn es einem zutiefst schwerfällt, ist es wichtig den inneren Autopiloten auszustellen und die Sorgen zu vergessen (Quelle: Adobe Stock / Dmitriy).

Agiles Mindset: Die ersten Schritte

Um agil agieren zu können, ist es wichtig, zunächst seine Selbstwahrnehmung zu stärken und auch die eigenen Werte, die oft unbewusst hinter dem eigenen Verhalten stehen, besser kennen zu lernen. Erst dann haben wir die Grundlage geschaffen, bestehende Verhaltensmuster bewusst zu verändern und anzupassen. Und um dies zu erreichen, hilft Achtsamkeit. Ein Beispiel? Eine vermeintliche Ausländerin spricht uns in schlechtem Deutsch an, unser Unterbewusstsein will sie sofort in die Schublade „bildungsfern“ einräumen. Oder wir erhalten kritisches Feedback von einem Kollegen und sind in dem Moment emotional erst einmal „angeschlagen“.

Was läuft hier automatisch in uns ab und löst ein gewohntes Reaktionsmuster in uns aus? In solchen Momenten sollten wir kurz Inne halten, um wahrzunehmen und zu reflektieren. Das hilft uns, Bewusstheit darüber zu erlangen, dass Sprachkompetenz nicht unmittelbar mit dem Bildungsgrad zusammenhängt und dass das Feedback des Kollegen ein wichtiger Impuls für die Lösung eines Problems sein kann. Wir steigen so aus dem Autopiloten aus, können bewusstere Entscheidungen treffen und neue Handlungsoptionen generieren.

Übung macht die Meister*innen

Das Schöne daran ist, dass man diese Fähigkeiten trainieren kann. Wenn wir zum Beispiel regelmäßig Übungen praktizieren, die darauf abzielen, unseren Atem oder Körperempfindungen im jetzigen Moment wahrzunehmen, trainieren wir unsere Fähigkeiten in Bezug auf Fokus, Konzentration und Klarheit. Gleichermaßen lassen sich auch weitere Fähigkeiten wie Empathie und Mitgefühl trainieren – alles Kompetenzen, die uns agile Arbeitsweisen und ein agiles Mindset abverlangen.

agiles Mindest

Wie allzu oft lässt sich jedes Sprichwort in der Realität umsetzen (Quelle: Adobe Stock / Nomad_Soul).

„Minute to arrive“ zum Ankommen

Achtsamkeit können wir trainieren, in dem wir etwa kleine Interventionen in den Arbeitsalltag integrieren. Beispielsweise ein Meeting mit einer Minute Stille zu beginnen, damit jeder auch wirklich körperlich und geistig „ankommen“ kann. Bei einigen unserer Kunden hat sich diese „Minute to arrive“ bereits als fester Bestandteil etabliert. Wichtig ist, der Achtsamkeit Zeit zu schenken. Man muss Verhaltensweisen wie achtsames Zuhören, Reflektion oder Meditation üben, auch in Workshops und Trainings. Durch die regelmäßige Anwendung lässt sich so in kleinen Schritten die emotionale Intelligenz praktisch fördern. Eine Grundvoraussetzung, um in einer agilen Organisation als Team erfolgreich zu sein.

Wenn Sie wissen wollen, wie Sie Ihre Organisation in ein Agiles Mindset transformieren können, finden Sie hier weitere Informationen. Wir freuen uns über Ihre Fragen und Herausforderungen!

Quelle Titelbild: AdobeStock/CleverStock

Reinhold Lampl - metaMind
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