Der Mensch im Zeitalter von New Work

Jessica Dreer
Designerin für progressive Arbeitswelten
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Nach dem Ende der Homeoffice-Pflicht wird das Büro zur Begegnungsstätte für Menschen. Unternehmen wie Mitarbeitende müssen sich nun überlegen, wie das neue Arbeiten aussehen soll. Dabei gilt es zunächst, die Menschen für ihre Bedürfnisse zu sensibilisieren, um diese rechtzeitig zu erkennen und zu berücksichtigen.

Früher hatten die Mitarbeitenden der metafinanz nur eine bedingte Auswahl beim Arbeitsort: Entweder kamen sie ins Büro, oder sie waren beim Kunden – das war der Standard. Dann kam die Pandemie, und für viele Monate das damit verbundene Homeoffice. Mit der Rückkehr zu mehr Normalität herrschen nun Unsicherheit und Ungewissheit, wie es mit dem Arbeiten weitergeht. Plötzlich ist die Auswahl groß, gleichzeitig stellen Präsenz, Homeoffice oder hybride Zusammenarbeit unterschiedliche Herausforderungen an Teams und deren Mitglieder. Auf einmal gilt es, diverse und zum Teil widersprüchliche Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Denn New Work ist nicht nur ein Kicker, ein Obstkorb oder ein Tag mobiles Arbeiten in der Woche, sondern in vielen Unternehmen ein Neubeginn.

Kennen Sie Ihre Bedürfnisse?

Die individuelle Gestaltung des Arbeitsalltags erfordert die bewusste Entscheidung, sein Umfeld nach persönlichen Vorlieben auszurichten. In dieser Situation besteht jedoch die erste Herausforderung für uns alle darin, herauszufinden, was überhaupt unsere Bedürfnisse sind: Wo und wie möchte ich arbeiten, was brauche ich dafür, wie gestalte ich meine Arbeitszeiten, wo kann ich meine Aufgaben an diesem Tag am besten erledigen? Und gestehe ich mir meine eigenen Bedürfnisse ein? Ein in der metafinanz durchgeführter Mood-Check belegt, dass individuelle Arbeitsgestaltung die Mitarbeitenden umtreibt, wenngleich bisher auch nicht für alles Lösungen gefunden wurden.

Die erste Herausforderung besteht darin, herauszufinden, was überhaupt unsere Bedürfnisse sind (Quelle: Adobe Stock / blacksalmon).

Die neue Vielfalt bei Meetings

Die neue Vielfalt gilt ebenfalls für Meetings. Darunter sind auch ungewöhnliche Formate wie „Walk-and-Talk“ mit Gesprächen an der frischen Luft, die sich vielleicht für manche Termine anbieten. Andere Treffen erfordern einen persönlichen Austausch, wieder andere lassen sich online abhalten. Hier bewegen sich die Zusammenarbeit und der Austausch im Spannungsverhältnis zwischen dem Wunsch nach Flexibilität und Individualität einerseits und dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Team-Zusammenhalt im Unternehmen sowie den Kundenwünschen andererseits. Also müssen wir den Mut haben, Neues auszuprobieren und die besten Lösungen auszuloten.

Aushandeln mit dem Team

Für viele Unternehmen und insbesondere für teamorientierte wie die metafinanz stellt sich nun die Herausforderung, wie die einzelnen Teams mit den individuellen und teils verschiedenen Bedürfnissen der Mitglieder umgehen. Letztendlich erfordert dies ein Aushandeln, um den Modus Operandi zu finden, der den Ansprüchen aller Mitglieder sowie denen des Teams gerecht wird. Ziel ist es, ein Framework für die Zusammenarbeit zu schaffen, das zum Beispiel festlegt, welche Termine wann, wo und wie stattfinden sollen. In der Regel entscheidet bei uns etwa der Meeting Owner, welche Variante ideal ist und in welcher Form das Meeting stattfinden soll, denn er/sie hat das Thema und den Outcome des Termins im Blick.

metafinanz-office

Die Büroräume der metafinanz bieten den Mitarbeitenden die Möglichkeit Meetings in verschiedenen Formen stattfinden zu lassen (Quelle: metafinanz).

Auch der Wissenstransfer innerhalb der Teams steht vor einer Transformation. Besonders für Young Professionals und neue Mitarbeitende ist die Anwesenheit von erfahrenen Teammitgliedern ungemein wichtig, um zu lernen und zu beobachten. Doch wie gelingt das in der New-Work-Organisation, in der die persönlichen Treffen immer seltener werden? Eine wichtige Frage, die wir durch regelmäßigen Austausch und verschiedene Angebote zum Wissenstransfer zu lösen versuchen.

Praxiserfahrungen statt Theorien

New Work nach der Pandemie bedeutet, zu experimentieren und auszuprobieren – denn die Betonung liegt auf „New“: Wir befinden uns noch auf unerforschtem Gebiet. Mit Theorie allein kommt man da bekanntlich nicht weit. Es bleibt nichts anderes, als Erfahrungen mit verschiedenen Formaten, Settings, Entwicklungsprogrammen oder Team-Workshops zu sammeln und daraus zu lernen. Denn jedes Team und jedes Individuum tickt anders. Auch die Kunden haben individuelle Bedürfnisse, die es zu erkennen und auszuloten gilt – denn: ohne Kunde kein New Work.

Wie kann man den Menschen gerecht werden?

Letztlich geht es um die Frage, wie die Arbeit organisiert sein muss, damit die Menschen ihr ganzes Potential ausschöpfen können. Dabei müssen wir einen Spagat schaffen: Homeoffice erschwert die Teambildung, erhöht aber die Attraktivität des Arbeitgebers. Die Herausforderung der Gegenwart ist es, Bindung, Zugehörigkeit und Identität neu zu denken und zusätzlich zum persönlichen Austausch auch in anderen Formaten spürbar zu machen.

New Work bei metafinanz

Bei der metafinanz sensibilisieren wir die Mitarbeitenden kontinuierlich dafür, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und danach zu handeln. Um dieses Ziel zu erreichen, werden sie ermutigt, verschiedene Setups auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Unsere Career Coaches helfen bei der individuellen Weiterentwicklung und bei Fragen wie „Was brauche ich?“ und „Was möchte ich?“. Außerdem unterstützen sie die Teams beim Aushandeln der neuen Spielregeln.

So kann es gelingen, die Anforderungen der künftigen Arbeit zu erkennen und umzusetzen, individuelle Bedürfnisse zu erfüllen und zugleich das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Wir bleiben an diesem wichtigen Thema dran, probieren immer wieder Neues aus, reflektieren, lernen, und entwickeln Next Work gemeinsam weiter.

Einen weiteren spannenden Beitrag zum Thema Menschen und Beruf mit dem Titel „Empathie – die Essenz gelingender Beziehung“ finden Sie hier.

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Quelle Titelbild: AdobeStock / veranoverde

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