Health & Wellbeing ist mehr als Rücken

Reinhold Lampl - metaMind
Experte für Health & Wellbeing
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Immer mehr Unternehmen entwickeln Angebote zur ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge ihrer Mitarbeiter*innen. Sie bilden eine Grundlage für den Wandel zu neuen Organisations- und Arbeitsmodellen. Vom ganzheitlichen Gesundheitsmanagement profitieren alle – besonders Führungskräfte, die Teamfähigkeit und Veränderungsbereitschaft stärken wollen.

Health & Wellbeing fördert u.a. freies Denken und Kreativität. Besonders agile Organisationen profitieren davon (Quelle: adobestock / momius).

Health & Wellbeing – der Begriff wirkt meilenweit entfernt von der protestantischen Ethik, in der Arbeit als Mühsal und gottgegebene Pflicht gilt. Sie gipfelt regelmäßig im Dialog: „Wie geht’s?“ – „Muss ja.“ Burnout ist hier kein ernstes Problem, sondern schon eine informelle Auszeichnung. Dagegen wirkt das Begriffspaar Health & Wellbeing wie „Kuscheln statt klotzen“, um Mitarbeiter*innen bei der Stange und Fehlzeiten gering zu halten. Aber die Zeiten ändern sich. Gesunde Menschen können oft freier denken, kreativer sein und ihr volles Potenzial entwickeln. Gerade in agilen Organisationen, wo Eigenverantwortung zählt und Entscheidungskraft auf viele Schultern verteilt wird, tun sich offene, aktive Menschen leichter.

Auch die metafinanz hat die Gesundheit ihrer Mitarbeiter*innen im vergangenen Jahrzehnt strategisch in das Unternehmen integriert. Anfangs ging es primär um Skills und die körperliche Gesundheit, wir haben etwa Programme für die persönliche Entwicklung, Führungskräfteklausuren sowie Events aufgelegt. In den vergangenen Jahren hat sich die Initiative jedoch ganzheitlicher entwickelt. Neben der körperlichen ist vor allem die geistige und seelische Gesundheit in den Mittelpunkt gerückt.

Agil und gesund gehören zusammen

Dies vollzog sich im Hinblick auf unsere eigene neue Organisation – ohne Hierarchien, nah am Kunden und mit agilen Prozessen. Hier waren die Themen zur körperlichen und seelischen Gesundheit ein wesentlicher Treiber, um die Transformation gut umzusetzen. Sind sie zentral verankert, wirken sie als Hebel, der New Work überhaupt erst möglich macht. Wir engagieren uns beispielsweise für Achtsamkeit aus der Überzeugung heraus, dass sie unseren Kolleg*innen hilft, für die Organisation einen größeren Mehrwert zu liefern. Nein, hier geht es nicht um Effizienz, sondern um Aspekte wie Eigenverantwortung, Motivation und Gemeinschaftsgefühl. Schließlich werden durch die vielfältigen Initiativen die interne Vernetzung und die Veränderungsbereitschaft des Einzelnen gefördert.

Seelische & körperliche Gesundheit sind wesentliche Treiber, um die Transformation umzusetzen und wirken als Hebel der New Work (Quelle: AdobeStock / REDPIXEL).

Das alles zahlt natürlich auch auf die wirtschaftlichen Ziele eines Unternehmens ein, dessen alte Werkzeuge und Strategien im New Work kaum mehr wie früher funktionieren: noch bessere Tools kaufen, noch präziseres Projekt-Management, noch mehr Leistungsmessung. Dagegen würde es helfen, sich mehr mit Health & Wellbeing zu beschäftigen, um den allgemeinen Druck zu reduzieren. Sport stärkt das Immunsystem, die Fitness, das Herz und das Hirn. Achtsamkeit verbessert die (Selbst)-Wahrnehmung, fördert emotionale Intelligenz und steigert die persönliche Resilienz – Mitarbeiter*innen und Manager*innen werden so leistungsbereiter, fokussierter und motivierter. Zudem zeigt der Wechsel von der eigenen Perspektive hin zur Teamsicht den Mehrwert für die gesamte Organisation. Allerdings ist Zwang keine sinnvolle Strategie, um Menschen aus ihrer Komfortzone herauszuholen.

Statt auf neue Tools, präziseres Projekt-Management und Leistungsmessung zu setzen, würde es helfen, sich mehr auf Health & Wellbeing der Mitarbeiter*innen zu konzentrieren (Quelle: AdobeStock / alfa27).

Teamfähigkeit und Offenheit fördern

Das Bewusstsein für Health & Wellbeing ist heutzutage elementarer Bestandteil von Führung, Kultur und Transformation. Ziele neben der körperlichen und geistigen Gesundheit sind: Teamfähigkeit stärken, Offenheit hervorrufen, den Boden für Veränderungen bereiten. Der ganzheitliche Ansatz braucht Zeit und erfordert, dass er aus dem Top-Management glaubwürdig unterstützt wird. Aber es wirkt: Durch unsere Vorarbeiten haben wir bei der metafinanz eine Kultur geschaffen, die besser auf den Wandel zur agilen Organisation vorbereitet war als ein radikaler Change vom Nullpunkt. Das gelingt mit der klassischen Rückenschule nur bedingt.

Quelle Titelbild: AdobeStock/Elnur

Reinhold Lampl - metaMind
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