Lernen der Zukunft

Thomas Resch - metaMind
Experte für agile Organisations-
entwicklung
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Büffelst du noch oder lernst du schon? Heutzutage geht es darum, sich neue Fähigkeiten und Kompetenzen möglichst flexibel und bedarfsgerecht anzueignen. Unternehmen müssen Lehrpläne überarbeiten, um Mitarbeiter*innen auf ihrer Lernreise besser zu unterstützen.

Als die Zeit des Lockdowns begann, fasste ich einen Vorsatz: Nutze die Zeit, um Neues zu lernen! Und um bekannte Schwächen auszugleichen. Ich kann beispielsweise nicht gut zeichnen. Schon meiner Kindergärtnerin waren meine Skizzen zu abstrakt. Wer weiß, vielleicht wird mein wahres Talent erst posthum erkannt und gewürdigt?

Durch einen Kurs mit einem Profi und regelmäßiges Scribbeln machte Thomas Resch Fortschritte (Quelle: metafinanz).

Auf jeden Fall bestellte ich mir Flipchart-Papier und Eddings. Schaute kostenlose YouTube-Videos. Pauste Vorlagen ab. Kleine Erfolge stellten sich ein, aber die waren nicht nachhaltig. Erst durch einen kurzen Kurs mit einem Profi und regelmäßiges Scribbeln on the Job gelang es mir, neue Skills zu entwickeln und zu festigen. Wichtig dabei: Ich muss nicht starr Skizzen auswendig lernen. Vielmehr braucht es das Erkennen von Mustern. Jetzt kann ich schon mit zehn einfachen Symbolen so ziemlich alle Situationen meistern.

Nachhaltig Lernen entwickeln

Befragungen zeigen, dass es seit Beginn der Pandemie vielen Menschen wie mir ging. Alle wollten das Momentum nutzen, neue Fähigkeiten entwickeln und Kompetenzen ausbauen. Die Verkaufszahlen von Hometrainern, Ratgebern und Lern-Apps gingen durch die Decke. Nur selten war das Engagement nachhaltig – mit den Ende eines Lockdowns wurde auch viele gute Vorsätze wieder verdrängt.

Welche Schlüsse lassen sich daraus für die Zukunft des Lernens ziehen? Wie lernen wir persönlich, und vor allem: Wie lernen wir als Organisation? Eines ist sicher: Lernen wird immer wichtiger. Je turbulenter es im Außen ist, umso mehr Fähigkeiten brauche ich, um im Innenbereich eines Menschen oder einer Organisation gute Lösungen für Herausforderungen zu finden. Der Erfolg eines Vorhabens beruht auf gut geschulten Menschen. Nur diese schaffen es, sich und ihre Organisation anpassungsfähig – agil – zu gestalten.

Zweitens: Soft Skills werden wichtiger denn je. Natürlich braucht es auch zukünftig Picassos wie mich. Doch wichtiger ist es, Dinge in einen neuen Kontext setzen zu können, sich mit anderen zu verbinden, und sozusagen soziale Gehirne zu bilden. Nur gut geschulte Individuen reichen in einer komplexen Welt nicht – wir müssen lernen, intensiv zusammen zu arbeiten.

Digitales plus analoges Lernen

Drittens wird das Lernen der Zukunft digitaler. Und kürzer und kurzweiliger. Mehrtägige Präsenzformate werden nicht „zurück in die Zukunft“ kommen. Vielmehr prägen kurze digitale Impulse die Lernreise, neudeutsch „snackable“ oder „Nuggets“ genannt. Dennoch ist digital nicht die Lösung für alle Fragen – sondern, wie sich im Schulwesen zeigt, kann es sogar eine Verschlimmerung des alten Zustands bewirken. Wo Persönlichkeitsentwicklung und tiefe Veränderung gefragt sind, ist persönliche Begleitung – zum Beispiel in Form eines Coachings – unabdinglich.

Das Lernen der Zukunft soll nicht nur digital sein, in manchen Situationen ist ein analoges Lernen weiterhin unabdinglich (Quelle: AdobeStock / beeboys).

Schließlich: Lernen wird selbstverantwortlicher. Ich lerne nicht, um einen Lernplan anzuarbeiten. Sondern aus eigenem Antrieb, aus intrinsischer Motivation. Was, wann und wie sie lernen, möchten Mitarbeiter*innen heute selbst bestimmen. Unternehmen müssen hierfür die Rahmenbedingungen jenseits traditioneller Budget- und Fortbildungspläne schaffen. Für sie wird es überlebenswichtig, das Lernen der Zukunft neu zu gestalten: Um lernbegeisterte, motivierte Mitarbeiter*innen zu halten und sich gleichzeitig als Unternehmen weiterzuentwickeln. Das lohnt sich für beide Seiten. Ich selber durfte viele Organisationen bei der Transformation ihres Lernens begleiten. Zuletzt auch mit meinen neuerworbenen Skills für Flip-Chart-Zeichen.

Wenn Sie wissen wollen, wie Sie Ihre Organisation in ein Agile Enterprise transformieren können, finden Sie hier weitere Informationen. Wir freuen uns über Ihre Fragen und Herausforderungen!

Quelle Titelbild: AdobeStock/Mitch Shark

Thomas Resch - metaMind
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