Psychologin Nora Dietrich bei der Premiere von #metaForward

Dominika Rantasa - metaMind
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Expertenbeitrag

Spannende Themen schlagen Funken: Um Konflikte, Trends und die Auswirkung vom WIR auf das ICH im Kontext gesunder Organisationen ging es in der ersten Ausgabe von #metaForward mit Florian Kondert im Gespräch mit Nora Dietrich.

Wenn das WIR das ICH überlagert – das Impulsfeuerwerk unserer StartUp Inspiration Week wirkt weiter in unserer Gesprächsserie #metaForward. Den Auftakt machte Psychotherapeutin und Psychologin Nora Dietrich, Übersetzerin von Verhaltenstherapie in die Welt von Organisationen. Sie ist spezialisiert auf die Mensch-Seite der Veränderung und motiviert Teams, den Sprung in eine echte, zukunftsfähige Change- und Lernkultur zu wagen.

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Psychologin Nora Dietrich im Dialog mit Florian Kondert in der Gesprächsserie #metaForward (Quelle: metafinanz).

Denn Veränderungs- und Lernbereitschaft bedeutet Weiterentwicklung, bedeutet Zukunftsfähigkeit und damit Überlebensfähigkeit für Organisationen.

„Ruinierende Empathie“ als größter Blocker für Innovation

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Es braucht Spannung, Konfliktfähigkeit und Reibungsflächen in einem Team, um Innovationen zu befeuern und Lösungen zu finden (Quelle: metafinanz).

Kann es ein Zuviel an Empathie geben? Die Psychologie beantwortet die Frage mit einem klaren Ja. Es braucht Spannung, Konfliktfähigkeit, Reibungsflächen in einem Team, um Innovationen zu befeuern und Lösungen zu finden. Oder um überhaupt erst einmal die Probleme aufzuspüren. Ein zu stark ausgeprägter Kuschel- oder Konsenskurs ist kontraproduktiv, wenn das Individuum sich nicht aus dem Team-Gefüge herauswagt.

Denn herrscht durch schnelle Zustimmung Gleichklang, wächst an anderer Stelle Sprachlosigkeit – und man verpasst den nächsten Schritt. Was also tun, um dies zu ändern? „Spot it! Stop it! Swap it!” Nimm es wahr, halte inne und setze einen anderen Impuls, rät Nora Dietrich.

„Neugier ist nicht monogam“

Aus Sorge, sich gegenseitig zu verletzen, und aus dem Wunsch, sich im Team kurzfristig wohl zu fühlen, bleiben Ideen unausgesprochen, die es wert gewesen wären, in den Dialog einzufließen. Gelebte Diversität im Team ist besonders wichtig. Und dafür braucht es eine Balance zwischen einem starken Wir-Gefühl und der individuellen Offenheit. Es gilt, Mut zu haben, sich mit einer eigenen Position sichtbar zu machen, die eigene Idee laut werden zu lassen und nicht im Strom mitzuschwimmen.

Es gilt sich mit einer eignen Position sichtbar zu machen, die Idee laut werden zu lassen und nicht im Strom mitzuschwimmen (iStock: Eoneren).

Wenn es Raum und Zeit zum Hinterfragen gibt, können neue Dinge entstehen: „Neugier ist nicht monogam.“ Denn wer den Blick in die Zukunft wagt, neugierig ist und nicht auf Anhieb alle Antworten parat hat, der lässt Experimente zu, um neue Perspektiven zu eröffnen.

Das WIR darf kein Selbstzweck sein

Wir in der metafinanz schreiben unserer starken Wir-Kultur eine hohe Bedeutung zu. Sie hat einen großen Wert in der Organisation, für die Rekrutierung genauso wie in der Kundenbeziehung. Was aber passiert, wenn ein Individuum oder gar äußere Faktoren Reibung in das „geschützte“ WIR einbringen? Lassen wir neue, anders gelagerte Perspektiven zu, die der Team- beziehungsweise der organisationalen Sicht widersprechen? Oder laufen wir unbewusst Gefahr, uns „abzukapseln“ und unser WIR vermeintlich zu schützen?

Bei metafinanz hat die Wir-Kultur eine hohe Bedeutung (Quelle: iStock: sutlafk).

Das WIR darf kein Selbstzweck sein. Umso wichtiger ist der Blick auf einen gemeinsamen, übergeordneten Zweck, auf ein gemeinsames Anliegen. Wenn wir dieses kennen, dann schaffen wir es als Team auch, durch unsichere Zeiten zu gehen, in denen wir nicht alle einer Meinung sind. Wir wissen aber sehr wohl, dass wir gemeinsam für etwas Größeres einstehen und gerade aus diesem Grund offen für Konflikte und Kritik, offen für Neues sein müssen.

Frische Impulse als Chance betrachten, potenzielle Wachstumsaspekte hinter neuen Ansichten entdecken und zugleich das aufgebaute Vertrauen, die aus dem Wir-Gefühl gewonnene Sicherheit nutzen – das ist die Kunst.

Was nehmen wir mit?

Kompetenzen und Haltungen einfach mal persönlich reflektieren:

  • Bist Du ein Konfliktsucher oder ein Konfliktvermeider?
  • Und: Wie konfliktfähig ist unser Team? Wer steht auf. Sagt nein.
  • Keiner muss auf alles direkt antworten können. Vielmehr gilt es, den Raum zu öffnen, um eine Widerstandskultur zu entfalten.

Das ICH hält das WIR aus. Und das WIR hält das ICH aus.

#metaForward.

Die StartUp Inspiration Week war der Auftakt mit einer Vielzahl von Impulsen, um neue Perspektiven kennenzulernen. Eine Einladung, sich Fragen zu stellen, die im Alltag selten Platz haben. Diese Einladung wollen wir aufrecht halten – mit #metaforward.

Wechselnde Gäste spüren im Gespräch mit Florian Kondert den Themen der Inspiration Week weiter nach. Wir suchen gemeinsam nach Potenzialen, die uns, unsere Organisationen und unser Arbeiten nachhaltig verändern, um die Weichen für morgen zu stellen.

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Quelle Titelbild: iStock /Choreograph

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