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Smartphones im Visier von Cyberkriminellen

Marcus Stührenberg
Experte für IT-Security & Awareness
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Mobile Endgeräte stehen kaum im Fokus, wenn es um das Thema Cybersecurity geht. Tatsächlich sind die konkreten Fallzahlen 2022 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dabei verlagert sich die Bedrohung auf gefährliche Trojaner.

Der Anteil mobiler Internetnutzer in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und belief sich im Jahr 2021 auf 82 Prozent (Quelle: Eigene Darstellung nach Statista, 2022).

Mobile Endgeräte stehen weiterhin hoch im Kurs – und damit nutzen auch immer mehr Menschen in Deutschland mobiles Internet. 2021 waren es laut Statista rund 82 Prozent.

Über ihren Schutz vor Gefahren im mobilen Cyberspace machen sich allerdings nur wenige Menschen Gedanken – ganz im Gegensatz zu ihren heimischen Netzwerken, PCs und Laptops, bei denen Antivirenprogramme mittlerweile zum Standard gehören. Dementsprechend lukrativ ist es für Kriminelle, gezielt mobile Endgeräte zu attackieren.

Das zeigen auch die Zahlen. 2021 wurden über zwei Millionen Malware-Programme speziell für mobile Geräte entdeckt, von denen mehr als zehn Millionen auch tatsächlich infiziert wurden. Denn fast ein Viertel (23 Prozent) aller Geräte weltweit begegnen pro Jahr infizierten Programmen. Die größte Bedrohung für mobile Geräte stellen Mobile-Banking-Trojaner dar, die mittlerweile 95 Prozent aller entdeckten und auf mobile Geräte zielenden Malware-Anwendungen ausmachen.

Smartphones sind lohnende Ziele

Cyberkriminelle haben erkannt, wie lukrativ der Einsatz dieser Art der Technologie ist. Denn gegenüber Mobile-Banking-Trojanern sank der Anteil der bisher führenden Angriffsmethoden – infizierte Apps und Adware-Programme – signifikant. Entdeckungen von Mobile-Banking-Trojanern stiegen hingegen im Vergleich zum ersten Quartal 2021 um 113 Prozent auf fast 54.000. Dabei entfielen 81 Prozent der Angriffe auf einen einzigen Trojaner, der speziell Android-Nutzer zum Ziel hat. Da diese Programme durch das Abgreifen von Bank- und Kontodaten potenziell enorme finanzielle Schäden bei den Betroffenen anrichten können, ist diese Entwicklung besonders besorgniserregend.

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Mobile Banking gehört häufig zu den Zielen von Cyberangreifern (Quelle: Adobe Stock / daviles).

Gefahren drohen auch in offiziellen App-Stores

Längst sind dabei nicht nur Nutzende von Malware betroffen, die auf gefährdeten Seiten im Web unterwegs sind. Denn auch in den offiziellen App-Stores lauern Gefahren. Dazu gehören vor allem betrügerische Trading-Apps. Deren Gefährlichkeit wird durch falsche Rezensionen und Bewertungen in den Stores verschleiert. Sieben der zwanzig gefährlichsten Apps stammen aus dieser Kategorie. Dementsprechend vorsichtig sollten sich Nutzende auch in diesen gesicherten Bereichen bewegen, möglichst nur Anwendungen von verifizierten Anbietern herunterladen und positiven Rezensionen nicht zu viel Gewicht geben.

Möglichkeiten zum Schutz vor Angriffen auf mobile Geräte

Längst gibt es auch für mobile Endgeräte Antivirenprogramme, die allerdings weitaus weniger bekannt sind als ihre Pendants für PCs und Notebooks, was vor allem an der fehlenden Awareness für die Gefahr durch Cyberangriffe auch für mobile Geräte liegt. Dabei gibt es hier sogar sehr gute kostenlose Angebote, die zumindest einige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen für Smartphones & Co. bieten. Die drei besten Antivirus-Programme in Angebot stammen von den Anbietern Avira, Avast und Kaspersky, laut diesem Bericht. Zusätzlich sollten auch im mobilen Cyberspace die gängigen Vorsichtsmaßnahmen beherzigt werden: keine verdächtigen oder unbekannten Websites aufsuchen oder Links anklicken. So bleiben auch mobile Geräte vor den Attacken durch Cyberkriminelle geschützt.

Sie haben Fragen zu Mobile Security? Unser Portfolio zum Schutz von Menschen, Geräten und Organisationen finden Sie auf unserer Website zu Mobile Security Awareness.

In diesem Blogbeitrag erklärt Marcus Stührenberg, dass auch der Chat von Microsoft Teams das Einfallstor für Cyberkriminelle sein kann.

Quelle Titelbild: AdobeStock / Mirko Vitali

Marcus Stührenberg
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