Wie agile Unternehmen von 360-Grad-Feedback profitieren

Natalie Schneider - metaMind
Digital-HR-Expertin
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Expertenbeitrag

Will ein Unternehmen agile Methoden und Prinzipien der Selbstverantwortung und Selbstorganisation einführen, gehört eine funktionierende Feedback-Kultur zu den Grundvoraussetzungen. Denn ohne Feedback, ohne Resonanz kommen Menschen und Organisationen nicht weiter. Aber wie gelingt eine konstruktive, vertrauensbasierte und mitarbeiterzentrierte Feedback-Kultur?

Viele kennen das jährlich wiederkehrende Ritual: Jahresgespräche, in denen Führungskräfte die Mitarbeiter*innen und deren Leistung bewerten sowie Ziele vorgeben. Diese Gespräche, die meist in einem fest getakteten Rhythmus ein oder zwei Mal im Jahr stattfinden, bringen Mitarbeitende jedoch in eine passive Haltung und blockieren Selbstorganisation, Eigenverantwortung und damit Agilität. Höchste Zeit für einen Wandel in der Feedback-Kultur! Es geht nämlich auch anders – selbstbestimmtes Feedback von und für die einzelnen Mitarbeitenden, um Chancen der Weiterbildung und Entwicklung zu erkennen und Stärken sowie Schwächen zu identifizieren.

Eine offene Feedbackkultur lebt vor allem von der Kraft, Fehler machen und aus ihnen lernen zu können. Rückmeldungen, die hierarchiefrei, unmittelbar und regelmäßig gegeben werden, bringen nicht nur das Unternehmen voran, sondern bieten auch den Mitarbeiter*innen eine echte Chance, sich stetig weiterzuentwickeln und langfristig motiviert zu bleiben.

Feedback bietet den Mitarbeitern eine Chance, sich stetig weiterzuentwickeln und langfristig motiviert zu bleiben (iStock: oatawa).

Der metafinanz-Weg

Wir bei metafinanz haben das Prinzip von Feedback neu gedacht: Weg von einem eher Führungskraft-zentriertem Kontrollinstrument, hin zu häufigen, zukunftsgerichteten Gesprächen, in denen die Mitarbeitenden und deren persönliche Weiterentwicklung im Fokus stehen. Das 360-Grad-Feedback ist ein Tool innerhalb der persönlichen Karriereberatung, das uns hilft, diesen Prozess leben zu können.

Der Weg zu einer agilen Feedback-Kultur ist keine geradlinige, asphaltierte Autobahn, sondern eine Schotterpiste voller Serpentinen (iStock: franckreporter).

Was wir auf der Reise gelernt haben: Der Weg zu einer agilen Feedback-Kultur ist keine geradlinige, asphaltierte Autobahn, sondern eine Schotterpiste voller Serpentinen. Und er verläuft für jedes Unternehmen anders. Es erfordert Mut, ein klassisches System mit vorgedachten, starren Prozessen für die eigenen Zwecke umzumodeln. Aber Mut wird in der Regel belohnt.

Der Weg von metafinanz orientierte sich an SAP SuccessFactors. Häufige Meetings und Diskussionen ließen anfangs Zweifel aufkommen, ob es überhaupt möglich ist, agile Strukturen in dem System abzubilden. Aber ausprobieren, verwerfen und wieder neu denken hat schließlich zum Erfolg geführt. Der Aufwand ermöglichte es uns, die Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und zu lernen, wie man loslässt. Nämlich von vorgegebenen, vermeintlich „richtigen“ Prozessen. Unsere Ziele: Starre Systemstrukturen aufbrechen, agil werden sowie lernen, Feedback zu geben und zu nehmen.

360-Grad-Feedback

Im Grunde geht es darum, zu erkennen, wie man die persönliche Entwicklung der Menschen in der Organisation vorantreiben kann. Besonders Feedback von verschiedenen Quellen liefert ein authentisches Bild, weshalb die Mitarbeitenden auch dazu befähigt werden, in ihren Netzwerken um relevantes Feedback zu bitten. Ein Tool wie ein angepasstes SAP SuccessFactors kann dabei helfen, die diversen Rückmeldungen zu konsolidieren. Kompetenzen, die im Rahmen einer Feedback-Runde eine Rolle spielen, sind etwa Kommunikation, Zusammenarbeit, Leadership, Gestaltungswille oder Lern- und Entwicklungsbereitschaft.

Das 360-Grad-Tool kann dabei helfen, die diversen Rückmeldungen zu konsolidieren (iStock: marekuliasz).

Mitarbeiter*innen können Feedbacks anfordern, das 360-Grad-Tool verschickt daraufhin ein qualitatives Feedbackformular an die ausgewählten Feedback-Geber, erfasst die anonymen Antworten, konsolidiert sie und erstellt einen Report. Daraus geht auch hervor, ob sich die Selbsteinschätzung mit der Meinung der Kolleg*innen deckt. Menschen können somit ihre persönliche Entwicklung selbst in die Hand nehmen. Sie erhalten ehrliche Einschätzungen ihrer Kompetenzen aus verschiedenen Perspektiven und fokussieren sich auf bestimmte Fähigkeiten sowie Fertigkeiten, bei denen es Sinn ergibt, daran zu arbeiten. Hier können dann gezielt entsprechende Entwicklungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Fazit

Agile Prozesse lassen sich auch in einem eher klassischen Tool wie SAP SuccessFactors abbilden, welches initial auf eine reine Leistungsbewertung ausgerichtet ist. Einfach ausprobieren und mutig sein!

metafinanz unterstützt Unternehmen beim Thema Digital HR und zeigt Wege zu agilen Prozessen und Tools auf.

Quelle Titelbild: iStock/Martin Barraud

Natalie Schneider - metaMind
Digital-HR-Expertin
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